BEIER-SOLO "Durchboxen statt Botoxen"

Augsburger Allgemeine, Mai 2017: Schlagfertig im Kampf gegen das Älterwerden
Angelika Beier steht schon seit fast 40 Jahren auf der Kabarettbühne, doch in die Jahre kommen
will sie auf keinen Fall. Jetzt war sie zu Gast im Spiegelsaal in Königsbrunn.
In ihrem neuen Programm „Durchboxen statt Botoxen - Hinfallen. Aufstehen. Mund abputzen. Weitermachen.“ spielt sie einige Rollen: Angefangen von Dr. Froschauer, einer Schönheitschirurgin,
die am liebsten alle Falten auf einmal von der Welt wegoperieren möchte, über Gisa, die das eigene
Älterwerden verdrängt, indem sie ihren Mann zu Schönheitsoperationen drängen möchte, bis hin zu
der extrovertierten Polin Kadiza, welche sich wie im Rausch diverse Körperteile modifizieren lässt,
bis sie „zu 90 Prozent aus Ersatzteilen besteht“.

„So ist es im Leben. Das war, wie wenn man selbst draußen steht“, lobt eine Dame aus dem Publikum
Beier nach dem Programm. ….


BEIER-SOLO "Durchboxen statt Botoxen"

Sonthofener Allgemeine, Februar 2017
Jugendwahn und Selbstoptimierung sind ihre Themen, die sie Pointiert ,satirisch, tanzend und
singend auf die Bühne bringt.

Mit jeder Menge Selbstirinie schlüpft die vielseitige Entertainerin,und tolle Sängerin in die unterschiedlichsten Rollen,mal männnermordender Vamp,mal patente Freundin,oder ein
mittels Schönheitschirurgie runderneuerter Zombie. Sie steigt gutgelaunt in den Boxring,
stählt Körper und Geist kontra Schwerkraft und Altersfrust. Statt heisser Kissenschlacht im
Bett gibt’s nur noch Küchenschlacht im TV Statt Sexspielzeug Gibts Thermomix und Damfgarer.
Mit einer hocherotischen Persiflage demonstriert uns Fanny diese Lustverschiebung.

 

BEIER-SOLO Zwischen Sex und 60 Knusprige Callboys mit Sahne
Angelika Beier, ein satirisches Münchner Urgestein, nimmt bei Heppel & Ettlich das Lebensgefühl der Best Ager aufs Korn.
Seit 30 Jahren gehört sie zum satirischen Inventar Münchens, 2002 geadelt mit dem Kabarettpreis der Stadt. Auf den Fotos für ihr neues Programm "Zwischen Sex und 60" zeigt sie sich als unerschrocken jugendliche Bikerin. Ihre Bühnenfigut Fanny ist die letzte aufrechte Trägerin hüftlanger Lederjacken aus den 1980er Jahren. Jetzt gehört sie zur 60-Plus-Genera-tion und lebt ihre "besten Jahre" aus, weil "die guten Jahre vorbei sind".
Mit schwerer Maschine knattert Angelika Beier gleichwohl nicht auf die Bühne von Heppel & Ettlich, sondern dekoriert dort nur gemütlich Fannys Second Hand-Laden. Ab einem gewissen Alter, so erzählt die Beierin frech, bleibt die Gebrauchtware.
Das betrifft vor allem die Auswahl der Sexualpartner, die nur noch aus Zweithand-Ehegatten rekrutiert werden können. Eine Ausnahme in der Parade unbefriedigter Damen, die in Fannys nostalgischem Shop auftauchen, ist die Lustgreisin Else, die im Internet nach knusprigen Callboys mit Latino-Appeal fahndet und auch fündig wird. Und Schwarzwälder Kirschtorte wir nicht gefuttert, um Frust abzubauen, sondern Fettpolster auszubauen, die an klapperdürre Hollywood-Stars gewinnbringend verkauft werden.
Neben Vintage-Klamotten kommen auch Bondage-Praktiken zur Sprache. Nach Verbreitung der Softporno-Romane "Shades of Grey" muss im ganzen Viertel die Feuerwehr ausrücken, um Pärchen, die mit erotischen Fesselspielen experimentieren, aus misslichen Lagen zu befreien.
Das klingt alles verwegener, als es ist. So richtig giftig war Angelika Beier noch nie, aber nun ist aus ihr eine liebenswerte Kabarettistin geworden, die den Lifestyle ihrer Generation schlau und nicht ohne Sympathie ulkig findet. Schließlich hat sie sogar eine Botschaft zur Versöhnung der reiferen Jugend mit sich selbst: "Ich kann nicht alles haben. Aber ich habe mich."
Abendzeitung, 8./ 9.02.2014 Mathias Hejny


BEIER-SOLO RausZeit und FrühReif Spritzig leicht, aber nicht seicht. Kleinkunst: Angelika Beier überzeugt mit ihrem temperamentvollen Solo-Programm »Rauszeit«in der alten Knabenschule in Stockstadt
Aus der Distanz wirkt manches nur lustig: der Machospruch»Für dein Alter siehst du noch toll aus« zum Beispiel, das Leberwurstbrotschmieren jeden Morgen oder die Suche nach dem ultimativen Sexkick und dem Nirwana. Spritzig leichte, aber keine seichte Unterhaltung hat Angelika Beier mit ihrer »Rauszeit« in der ausverkauften alten Knabenschule geboten. Erfrischend natürlich Um es gleich zu sagen: Die Trägerin des Münchner Kabarettpreises 2002, sieht einfach gut aus. Ihr Alter hat damit wenig zu tun. In Sachen Lebensklugheit und Humor freilich fallen Beiers intensiv durchlebte Jahrzehnte durchaus ins Gewicht. Die Münchner Schauspielerin und Sängerin ist erfrischend natürlich und authentisch in den vielen Rollen, in die sie auf ihrer spontanen Flucht vor den dreckigen Socken ihrer zwei Paschas daheim schlüpft – und das Publikum in Stockstadt spart nicht mit Applaus für das temperamentvolle Solo-Pro-
gramm. Dass der doofe Herr Lechleitner von der AOK kein Geld für die Anti-Burnout- Kur rund um den Erdball herausrücken will – weil er sich selbst ein Tantra Sex - Seminar auf Bali leistet – ist zwar ärgerlich. Doch zum Glück hat die späte Globetrotterin Fanny noch ihre schlaue Tante Elsa. Diese finanziert sich mit allerlei pikanter Literatur ein sorgenfreies Leben und übernimmt großzügig die Reisekosten der Nichte.Fanny hält es mit dem berühmten» Eat, pray, love« von Liz Gilbert. Mit Genuss gegessen wird natürlich in Italien, gebetet in Indien und geliebt auf Bali. Doch erst mal geht’s zur Freundin Mizzi in Wien, die keine Party auslässt und keine Gelegen-heit, ihre düster-abgebrühte Weltsicht aus zubreiten. Immer dabei in Fannys Reisegepäck sind ultimative Fragen wie: Wovon träumen Frauen? Den Frosch nur oft genug gegen die Wand zu werfen, meint die Rauszeiterin. Und wovon träumen Männer? »Bei Schneesturm auf der Park-bankschlafen und unrasiert zum nächsten Hafen«, singt Beier und überlegt dann, ob es wohl »der wirkliche Sinn der Frauenbewegung ist, dass Männer Nähkästchen haben?«. Liebenswert absurde Bilder entstehen auf der mit minimalen Mitteln gestalteten Bühne. Ein Wandschirm zum Umziehen, eine Bank für alle Fälle und ein paar Klamotten wie die erotische Kochschürze reichen aus. Federleicht und aufgeräumt werden Themen ins Visier genommen, die mitunter schwer auf der Seele lasten. Die Trunksucht von Althippie Josefine zum Beispiel: Ihr Bekenntnis zur Trinkerkarriere – statt der einer Bergsteigerin oder Tiefseetaucherin – klingt witzig, ebenso die Warnung vor den Gefahren des Nichttrinkens: Durst, Langeweile, tiefe Unzufriedenheit und größte Desillusion. Doch zugleich deckt Beier behutsam auf: Hier kann jemand nicht erwachsen werden, und die Suche wird zur Sucht. Vergnügliche Lebensberatung Bezaubernd naiv verkör-pert die Schauspielerin eine weitere Sinnsucherin auf Abwegen: Gisa aus Giesing langweilt sich und besucht zusammen mit ihrem Mann Dr. Bizarros Lustparadies. Da ist nichts Zotiges, Derbes an Gisas Bericht aus dem Swingerclub, der sich mit Gerätschaften aus der Folterkammer des erzbischöflichen Ordinariats Passau eingerichtet hat. »Also nichts wie rein!«, denkt sich die neugierige Hausfrau. Beiers vergnügliche Lebensberatung macht auch vor dem Reizthema Kindererziehung nicht halt. Wie habe ihre Generation nur groß werden und überleben können ohne Facebook und Bachblüten-Notfalltropfen, sinniert die Familienmutter und »Minusfrau im Plusquamperfekt« Und weil die Zuschauer so toll mitgegangen sind, bekommen sie als Zugabe das Whiskykuchen-Rezept in allen Einzelheiten vorgeführt. Melanie Pollinger, Stockstadt 02.04.2012

 

Auf der Suche nach dem Glück: Angelika Beier präsentiert in der Glonner Schrottgalerie ihr Kabarett-programm “Rauszeit” Thematisch angelehnt an Liz Gilberts ,‚Eat, Pray, Love" entfernt sich die Frau von Welt im besten Alter und bisher erfolgreicher Lebensbewältigung von dreckigen Socken, Leberwurst-broten, Beziehungskrisen und scheint erfolgreich zu sein bei dem Versuch, dem Burnout ein Schnäppchen zu schlagen. Denn sie will endlich ihr wahres Glück finden und dabei auch noch die Welt sehen. Ihre Requisiten sind knapp, platzsparend, so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Ein korbgeflochtener Paravent für faszinierend schnellen Rollen- und Garderobenwechsel, eine Bank und ein Wegweiser reichen aus für ihre Reise zum Ausleben von Phantasien und Emotionen. Auf der Reise treffen sich viele Frauen, die globetrotternde Fanny, immer unterwegs, aber umgeben von ihren Freunden: die deka-dente aber immer noch sehr frauliche Mizzi aus Wien, die als Hippie stehen gebliebene Josefine, die ewig nach Leben hungrige Gisa aus Giesing. Wie gut, dass auch noch die listige Tante Else da ist ‚ die mit zweifelhaften Wetten Geld verdient, und der Fanny die Reisen finanziert, welche der wiederum nur in Akten stöbernde Herr Lechleitner von der AOK nicht als Kur bewilligen will, weil ihm der Sinn nach einem Seminar mit Tantrasex steht. Da landen wir mit Angelika Beier in Dr. Bizarros Lustparadies im ‚‚Schwingerclub'' als auch im Disput der Gisa mit ihrem Willi über Sado-Maso, Im Alkohol geborene Weisheiten („die wahren Abenteuer gibt´s im Kopf“) werden abgelöst von Erfahrungen über viel Toleranz verlangende Kindererziehung. Das Tempera-mentsspektrum von Angelika Beier ist gut gestreut und authentisch präsent. Ihr Umgang mit Tabuthemen ist direkt, aber weder zotig noch anstößig. Sie spart mit komödiantisch perfekt gesetztem Mienenspiel zwischen einschmei-chelnder und schriller Stimme nicht mit sarkastischem Humor und nimmt sich selbst nicht so ernst. Ihr Thema ist ja wohl ein vielfach rezitierter Dauer-brenner, aber auf die Verpackung kommt es an. Schon längst vor ihrer Zugabe um ein mit Whisky getränktes Backrezept hat Angelika Beier nicht nur die Frauen auf ihrer Seite. Man kann davon ausgehen, dass sie nach gelungener‚‚Rauszeit'' wohl auch mit ihrem brandneuen Programm ‚‚Crazy Nights im Edelweiss'' und ihrer Partnerin Karin Zymny bald im Landkreis auftauchen wird.Münchner Merkur, 05.10.2011


Mit Witz und leiser Wehmut „Früh-Reif": Thema des Alterns komisch serviert.

Wie sie das durchaus nicht witzige Thema des Alterns überaus komisch serviert, zeugt von Professionalität, ganz nach dem bewährten Theaterwissen: Wenn Ernstes todernst behandelt wird, ist es unerträglich.…Fanny (Tenor der Umwelt: „Für ihr Alter sieht sie noch ganz gut aus“, ein Satz, der jede Frau ab 50 in Rage treibt!) schlüpft in lilafarbene High Heels und platziert sich in gekonnten Posen auf der roten Bank. Anschaulich schildert sie die verschiedenen „Wiedergutmachungen“ des Schönheitschirurgen und demonstriert die Gesichtsstarre durch Botox. Nicht mal mehr die Stirn konnte sie runzeln beim Ehestreit. Bis zur „Narzismus-Stimula-tion“ hat Fanny sich hinreißen lassen.

...So wie sie das bringt, nonchalant, nie anzüglich und plump, das ist einfach gekonnt. Sie nennt die Dinge beim Namen, legt den Finger genau dahin, wo es weh tut, erspart sich jegliche Schönmalerei, ist glaubwürdig, doch niemals zotig. Grad weil so flapsig herüber gebracht, berührt anschließend die Geschichte der Flaschensammlerin Josefin, deren Leben aus der Spur kam, ganz besonders. Heiß her im mehrfachen Sinn des Wortes geht es, wenn Fanny gleich vier Frauen zum Thema Wechseljahre zu Wort kommen lässt. Umwerfend komisch und zum Tränenlachen serviert Fanny alias Angelika Beier am Ende in erotischer Kochschürze iihr besonderes Kuchenrezept. Da ein bis zwei Flaschen Whisky die Hauptbestandteile der Zutaten sind, gerät das Ganze zur umjubelten Schlussnummer. Angelika Beier sieht wirklich gut aus, nicht obwohl, sondern weil sie nicht mehr ganz jung ist. Sie hat mit Geist, Ironie und Können eine reife Leistung gebracht, auch wenn ihr Programm „Früh-Reif“ heißt, aber das hat ja ebenfalls doppelte Bedeutung.

OVB, Rosenheim, 20.10.2009


Viagra aus der Schnabeltasse, Insulin gibt’s an der Bar „Früh-Reif“ im Statt-Theater: Angelika Beier erklärt uns die Frauen in den besten Jahren:

Den glucksenden Damen im Publikum ist die Problemlage mittlerer Beziehungsjahre anscheinend eh gelebter Alltag: „Früher waren die Männer noch scharf; heute sind sie froh, wenn sie einen Parkplatz finden!, weiß Beiers Alter Ego „Fanny“ und klärt auf übers Glück der späteren Jahre: „Na also, geht doch!“ gilt nun als Höhepunkt ehelicher Beischlaf-Freuden. Deutlich wird: Der Übergang ist fließend von den High Heels zum Faltenwurf – im Gesicht und an den Hüften, versteht sich. Und da muss Frau „Fanny“ dann schon energisch gegensteuern, „wenn sich der Körper mit der Schwerkraft einlässt“. Blitzschnell dann die Verwandlung von „Fanny“ zur „Else“, der quietschfidelen Kreuzfahrt-Rentnerin. Unter grauem Haar-Mopp kichert sie uns ihre Rechnung vor: „180 Euro täglich für den Platz im Rollstuhl, 130 für die Liege auf dem Sonnendeck.“ Da fällt die Entscheidung nicht schwer. Wie die Alternative aussieht, trällert und tanzbeint „Else“ auch gleich ins Gemüt, der Fuchsschwanz unterm Kinn wippt begeistert: „Viagra aus der Schnabeltasse / Insulin gibt’s an der Bar / Orgien in Seniorenstiften / Opa ist der graue Star“. Ihre Bühnenpräsenz ist deshalb so ausgeprägt, weil sich die Dame in all ihren Rollen nicht ernst nimmt und so das Schwere am Lebendigsein ganz leicht erscheinen lässt. Dem „Abenteuer Frau“ sind jedenfalls noch einige Fortsetzungen zu wünschen.

MZ, Regensburg, 27.10.2009


Alt ist stark im Kommen, Angelika Beier in der Kresslesmühle:

Selbst wenn man längst in der zweiten Lebenshälfte angelangt ist, muss noch keine Harmonie herrschen zwischen dem Über-Ich, der Instanz für Kontrolle und Ordnung, und dem „Über-Es“, dem inoffiziellen Lehrer der Unsittenkunde und Förderer der Alkohol- und Tabak-Industrie. Dass das Altern keineswegs besorgniserregend zu sein hat, kam bei Angelika Beier deutlich zur Sprache. Temperamentvoll und charmant präsentierte die Münchner Kabarettistin ihr Programm und unterhielt das Publikum mit Sketchen und Liedern. Amüsant waren ihre Inszenierungen von Alltagssituationen und das Thematisieren von Tabuthemen. Beier zeigte, dass man dirkekt sein kann, ohne niveaulos zu werden und Anstoß zu erregen.

AN, Augsburg, 12.01.2009


„Früh-Reif“: Bitterböse Ironie

Die Kabarettistin Angelika Beier begeisterte mit ihrem Programm „Früh-Reif“ oder „Das Abenteuer Frau“

Keine Geringere als Angelika Beier aus München, 2002 mit dem Kabarettpreis der Stadt München ausgezeichnet, bestätigte mit einer überaus eindrucksvollen Darbietung ihr Können als Spitzenkünstlerin in ihrem Genre. „Früh-Reif“ oder „Das Abenteuer Frau“ lautete ihr erstes Soloprogramm, das die Künstlerin in diversen Szenen meisterhaft mit gezielten Pointen als bunten Faden abspulte. Mit satirischem Witz, der die Lachmuskeln strapazierte, und bitterböser Freundlichkeit nahm sie sich als Fanny in allen Lebenslagen gehörig auf die Schippe.

OVB, Bad Feilnbach, 29.10.2008